Sparen & Anlegen

So investieren Sie stressfrei und profitabel

Der nachfolgende Artikel soll einen grundlegenden Einblick in die Welt des Investierens liefern. Thematisiert werden unter anderem die einzelnen Anlageformen und Methoden und welche Anlageform für wen am besten geeignet ist. Außerdem geht der Artikel genauer auf die Renditeaussichten der jeweiligen Kapitalanlagemethoden ein und beinhaltet auch einige wertvolle und leicht umsetzbare Spartipps. Nach dem Lesen dieses Artikels werden Sie in Sachen Geldanlage über mehr Wissen verfügen als der Großteil der deutschen Bevölkerung.

Vermögensanalyse

Zunächst sollten Sie sich einen Überblick über Ihr bereits angespartes Vermögen verschaffen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Ihr Vermögen nicht nur aus dem Geld, das auf einem Konto gelagert ist, besteht, sondern, dass Sie möglicherweise auch ein Vermögen in Form von Immobilien, Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin, etc. und Wertpapieren besitzen. Tragen Sie Ihren gesamten Besitz zusammen und errechnen Sie den Wert Ihres Besitzes. Bei der Vermögensanalyse gilt es, auch mögliche Schulden und Kredite zu beachten. Experten raten vor dem Investment dazu erst mögliche Schulden zu tilgen und Kredite so schnell wie möglich abzubezahlen. Es ist jedoch gerade in Niedrigzinszeiten klug schon parallel zur Kreditrückzahlung Kapital zu investieren. Jedoch sollten in diesem Fall die Anlagemethoden einem möglichst geringen Risiko unterliegen.

Monatliche Sparquote

Sollten Sie die Vermögensanalyse umfangreich und zufriedenstellend abgeschlossen haben, können Sie dazu übergehen, Ihre monatlichen Fixkosten bzw. Ihre monatliche Sparquote zu berechnen. Idealerweise sollten Sie ein Haushaltsbuch, in dem alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben dokumentiert werden, anlegen. Vorgefertigte Haushaltsbücher gibt es zu genüge im Netz und können meist einfach heruntergeladen werden. So erhalten Sie einen sehr detaillierten Überblick über Ihre Finanzen und können Ihren monatlichen Überschuss genau ablesen. Setzen Sie diesen Überschuss ins Verhältnis zu Ihren Einnahmen, erhalten Sie ihre Sparquote. Von dieser Sparquote und Ihrer Jobsicherheit bzw. geplanten Gehaltssteigerungen hängt es ab, welche Anlageform am geeignetsten für Sie persönlich ist und mit wie viel Risiko sie anlegen können. Haben sie einen sehr sicheren Arbeitsplatz, wie beispielsweise eine Beamtenstelle als Lehrer oder Polizist, können Sie mit viel Risiko anlegen. Sollten Sie selbstständig sein oder auf freiberuflicher Basis arbeiten, empfiehlt sich eine risikoarme Anlageform, da Ihr Einkommen im Normalfall variiert und nicht gesichert ist. Zu der Sicherheit der einzelnen Anlageformen erhalten Sie im Verlauf des Artikels genauere Informationen. Zunächst sollten Sie auch Ihren Charakter genauer unter die Lupe nehmen. Sie sollten sich fragen, ob Sie während einer Krise schnell in Panik geraten oder, ob Sie eine ausgeglichene Art, der Krisen nichts anhaben können, besitzen. Wenn Sie zur erstgenannten Kategorie gehören, sollten Sie von einem Aktieninvestment absehen, da Aktienanleger immer wieder mit Börsenkrisen und Crashs konfrontiert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt, den es im Vorhinein zu bedenken gilt, ist die voraussichtliche Länge des Investments. Geplante Anlagen mit einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren, gelten als langfristige Anlagen. In welche Anlageform der private Anleger sein Geld investieren sollte, hängt auch von dem Anlagezeitraum ab. Beispielswiese gelten bei einer langfristigen Geldanlage die Investition in Aktien und andere Wertpapiere als sehr profitabel, während von kurzfristigen Aktieninvestments eher abgeraten wird.

Tipps zum Sparen

Wenn Sie sich einen genauen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben verschafft haben, sollten Sie sich die Frage stellen an welchen Ecken und Enden Sie sparen können ohne, dass Ihre Lebensqualität erheblich eingeschränkt wird. Fast jeder kann den Konsum ein wenig zurückfahren und dadurch viel Geld sparen, das daraufhin gewinnbringend investiert werden kann. Ein wenig zu sparen zahlt sich auf lange Sicht mehr aus, als man zunächst zu denken vermag. Markieren Sie in ihrem angelegten Haushaltsbuch die Bereiche in denen Sie überdurchschnittlich viel Geld ausgeben. Oftmals ist man sich beispielsweise gar nicht, wie viel Kapital in überteuerte Versicherungen fließt. Ein Vergleich mit anderen Versicherungen lohnt sich und kann viel Geld sparen. Überlegen Sie auch, ob es notwendig ist Kleidung, Möbel und Autos immer neu zu kaufen oder, ob gebrauchte Produkte nicht dieselbe Funktion erfüllen können, ohne die Lebensqualität einzuschränken. Außerdem ist es klug den Wohnsitz außerhalb der teuren Metropolen zu wählen. Sollten Sie also nicht durch Ihre Arbeit an einen bestimmten Ort gebunden sein, lohnt es sich etwas außerhalb zu wohnen und damit viel Geld einzusparen.

Passen Sie Ihre persönliche Sparquote immer wieder neu an und erhöhen Sie diese im Optimalfall stetig. Erstrebenswert ist eine Sparquote von 30-40%. Sehr sinnvoll ist es bei einer Gehaltserhöhung die Hälfte des zusätzlichen Geldes zu sparen, sodass Sie trotzdem mehr Geld zur Verfügung stehen haben, aber gleichzeitig auch deutlich mehr sparen.


Welche Anlageformen gibt es? Welche sind am sichersten, welche am rentabelsten?

Tages- und Festgeldkonten

Die beiden gängigsten Kapitalanlageformen sind immer noch die Tagesgeld- und Festgeldkonten. In der heutigen Niedrigzinsphase, erhalten Sie jedoch bei Tagesgeldkonten eine sehr geringe oder gar keine Rendite. Bei Festgeldkonten können Anleger mit ein weinig mehr Rendite rechnen, da Sie auf das Vermögen im Gegensatz zum Tagesgeldkonto keinen täglichen Zugriff haben. Viel Rendite wird das Festgeldkonto bis auf wenige Ausnahmen jedoch auch nicht abwerfen. Wenn das Geld auf einem Konto angelegt ist, ist es jedoch der Inflationsrate ausgesetzt. Die Inflation ist in den letzten Jahren und Monaten relativ stark angestiegen. So betrug diese Inflationsrate in Deutschland im November 2017 noch 1,8%. Ein Jahr später im November 2018 lag die Inflationsrate schon bei 2,3%.

Indexfonds

Fassen Sie daher alternative Methode der Anlage wie Aktien und Investment- bzw. Indexfonds ins Auge. Für Einsteiger, die sich zum ersten Mal in die Welt der Aktien und Fonds begeben, eignen sich Indexfonds am besten, da Sie als sehr sichere Anlageform gelten. Indexfonds sogenannte ETF´s sind sehr breit gestreut. Es wird in viele verschiedene Unternehmen investiert, man kauf also keine Einzelaktien. Es gibt viele verschiedene Variationen der ETF´s. So steht es dem Anleger frei, beispielsweise nur in europäische Unternehmen oder in Unternehmen weltweit zu investieren. Der momentan beliebteste und als äußerst sicher eingestufte ETF, ist der MSCI World Index, der die Entwicklung von über 1600 Aktien abbildet. Das Investment wird also in sehr viele Unternehmen aus vielen verschiedenen Ländern gestreut. Generell gilt die Prämisse: Je breiter die Streuung, desto geringer das Risiko. Oftmals ist es bei Börsenkrisen so, dass zwar viele börsennotierte Unternehmen aus der Branche für teure Konsumgüter sehr stark abstürzen, dass jedoch andere Unternehmen z.B. Produzenten von Alltagsgütern davon profitieren und die Kurse dieser Unternehmen dementsprechend ansteigen. Ein Investment in einen ETF hat außerdem den Vorteil, dass keine Managementgebühren für den Fondsmanager, die die Rendite senken würden, anfallen, weil ein ETF Sparplan eigenständig und ohne spezielle Expertise angefertigt und begonnen werden kann. Das Investieren in einen ETF-Sparplan erfolgt automatisiert, was dazu führt, dass der Anleger weniger emotionsgeleitet handelt. Emotionen bedeuten an der Börse oftmals Einbüßungen bei der Rendite. Im Optimalfall wird der ETF-Sparplan auf lange Sicht angelegt, sodass mögliche Krisen einfach ausgesessen werden können. Es wird also passiv investiert. Diese passive und langfristige Anlageform gilt als besonders renditesicher. Bis heute wurden bei einem an der Börse getätigten Investment mit einer Zeitdauer von minimal 15 Jahren, immer ein Gewinn erzielt. Diese Tatsache hängt damit zusammen, dass auf eine Rezession bzw. eine Depression immer eine Korrektur erfolgt. Das heißt, die Kurse steigen nach sinkenden Kursen auf jeden Fall wieder an. Außerdem geht man davon aus, dass auch in Zukunft ein positives Wirtschaftswachstum stattfinden wird. Gerade in Zeiten der Künstlichen Intelligenz und der aufstrebenden Schwellenländer wie Indien und China ist ein Wirtschaftswachstum sehr wahrscheinlich.

Einzelaktien

Generell gilt der Kauf von Aktien als Schutz vor der fortschreitenden Inflation, die das Geld auf den Sparbüchern nach und nach auffrisst. Inflation stellt ein unterschätztes Risiko von Privatanlegern dar, welches durch eine entsprechende Rendite eingedämmt werden kann. Der Kauf von ausgewählten Einzelaktien sollte gut geplant und im Zweifelsfall mit einem Experten besprochen werden, da diese Anlageform zwar Chance auf eine sehr hohe Rendite bietet, jedoch auch ein hohes Verlustrisiko in sich birgt. Das sogenannte aktive Investieren sollten also nur diejenigen tun, die über umfangreiche Vorerfahrungen an der Börse verfügen und sich die Zeit nehmen möchten, Unternehmen sehr detailliert zu analysieren. Im Falle einer Krise kann es passieren, dass genau die Aktien, in die investiert wurden, besonders stark abstürzen. Man trägt also ein sehr hohes Risiko. Hingegen ist es natürlich auch möglich genau die richtigen Unternehmen bzw. Aktien auszuwählen, die enorme Kursgewinne verzeichnen und dementsprechend auch dem Anleger eine hohe Rendite erbringen. Auch beim aktiven Investieren hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass sich eine langfristige Anlage auszahlt. Experten raten dazu auch in mittelständische Familienunternehmen zu investieren, da die Eigentümer in der Regel einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg im Visier haben, der den Anlegern zugute kommt. Neben den Familienunternehmen sollten auch einige zukunftsorientierte im deutschen DAX und im amerikanischen Dow-Jones gelistete Unternehmen in das Aktienportfolio mit aufgenommen werden. Eine breite Streuung in verschiedene Branchen und verschiedene Länder verringert das Verlustrisiko. Setzen Sie also nicht alles auf eine Karte und planen Sie eine Geldanlage auf mindestens 15 Jahre.

Immobilien

Immobilien als Kapitalanlage eignen besonders gut für Anleger, die über ein relativ hohes Vermögen verfügen, da für den Kauf, die Renovierung und die Instandhaltung einer Immobilie einiges an Kosten auf den Besitzer zukommen. Die Auswahl der richtigen Immobilie erweist sich immer wieder als ein äußerst schweres Unterfangen. Immobilieninvestoren sollten vor allem über genügend Geduld bei der Auswahl einer rentablen Immobilie verfügen. Bei Immobilien kommt es wie bei fast allen Kapitalanlageformen auf das richtige Timing des Kaufens und Verkaufens an. Jedoch hat sich ein Immobilieninvestment in den letzten Jahrzehnten als sehr profitabel herausgestellt, da die Immobilienpreise kontinuierlich angestiegen sind. Immobilienbesitzer konnten zum einen stetig die Miete erhöhen und gleichzeitig hat sich der Wert der Immobilie erhöht. Wer also vor zehn Jahren ein Objekt gekauft hat und es heute noch besitzt, kann sich über eine sehr hohe Rendite freuen. Die Immobilienpreise scheinen vor allem in den Großstädten in Deutschland keine Grenzen zu kennen. Jedoch rechnen Experten damit, dass sich die Immobilienpreise ihrem Zenit nähern und die Immobilienblasen in vielen deutschen Städten zu platzen drohen, da die Preise in vielen Fällen in keinem Verhältnis mehr zu ihrem Wert stehen. Der Anleger, der sich für den Kauf einer oder mehrerer Immobilienobjekte interessiert, sollte also auf den richtigen Zeitpunkt warten und dann investieren, wenn die Preise fallen. Momentan ist ein rentables Immobilieninvestment noch recht schwer zu erzielen. Auf den gängigen Seiten wie Immobilienscout oder Immonet gibt es kaum noch Objekte zu attraktiven Preisen.

Generell sollten bei dem Kauf einer Immobilie mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Entscheidend für die Rendite, die eine Immobilie auf lange Sicht abwerfen kann, ist vor allem die Lage der Wohnung oder des Einfamilien- bzw. Mehrfamilienhauses. In der direkten Umgebung sollte der kurzfristige Konsumbedarf eines Menschen gestillt werden können. Außerdem ist die Zukunftsträchtigkeit der Stadt, in der sich das Objekt befindet, von großer Wichtigkeit. Im Optimalfall befindet sich in der Stadt oder in der direkten Umgebung eine Universität oder andere Hochschuleinrichtungen. Diese Bildungsstätten garantieren eine Bindung von jungen Menschen an den Raum. Auch Arbeitsplätze sollten im Radius von wenigen Kilometern um die Immobilie zu genüge vorhanden sein. Prüfen Sie die potentielle Immobilie in erster Linie auf die technische Funktionstüchtigkeit, sodass teure Sanierungsarbeiten ausgeschlossen sind. Renovierungsbedarf des Kaufobjektes birgt im Normalfall keine großen Kosten in sich. Sie sollten also weniger auf die Schönheit als auf die technische Funktionstüchtigkeit achten. Gerade zunächst unattraktiv erscheinende Objekte können mit günstigen Renovierungsarbeiten ästhetische stark aufgewertet werden. Die ästhetische Aufwertung sorgt für einen besseren Gesamteindruck bei dem potentiellen Mieter und erst ist bereit auch mehr für die Miete zu zahlen.

Fazit

Eine genaue Analyse des Vermögens und der Ausgaben und Einnahmen schafft einen guten Überblick und ermöglicht es Ihnen möglicherweise Geld einzusparen und die für Sie ideale Anlageform herauszufinden. Auch Ihr persönlicher Charakter und Ihre Risikobereitschaft spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wählen Sie, die für Sie passende Anlageform, aus und erhöhen Sie stetig Ihre persönliche Sparquote und Kapitalanlage. Streuen Sie ihr Vermögen möglichst breit und investieren Sie langfristig und ohne Angst.