Quellensteuer – was Sie wissen sollten

Ratgeber

Anleger besitzen oftmals nicht nur inländische, sondern auch ausländische Aktien oder sie investieren in Fonds, die Aktien aus dem Ausland beinhalten. In diesem Fall sind Sie als Anleger dazu verpflichtet, eine sogenannte Quellensteuer zu zahlen. Möglicherweise ist Ihnen dieser Begriff bereits das ein oder andere Mal zu Ohren gekommen, doch:

Was ist überhaupt die Quellensteuer, und warum lohnt es sich, sich einmal genauer mit dieser zu befassen?

Die Quellensteuer ist eine Steuer auf Kapitalerträge, die Anleger aus dem Ausland zahlen müssen. Dies bedeutet: Wenn Sie als deutscher Anleger beispielsweise in die Aktie eines us-amerikanischen Unternehmens investieren und daraus eine Dividende erwirtschaften, sind Sie dazu verpflichtet, der USA – dem sogenannten Quellenstaat  – auf ihren Kapitalertrag eine Quellensteuer zu zahlen.

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Das Wichtigste dazu im Überblick:

Quellensteuer fällt auch dann an, wenn Sie als Anleger in einen Fonds investieren, der ausländische Aktien enthält. Die Höhe der Quellensteuer kann sich von Staat zu Staat unterscheiden, denn jedes Land bestimmt den Quellensteuersatz auf Kapitalerträge von ausländischen Investoren selbst. In Frankreich, Belgien und der USA liegt dieser beispielsweise bei 30 %, in China nur bei 10 % und im Vereinigten Königreich bei 0 % – einige Länder verzichten also auch auf die Quellensteuer.

 

Entscheidend für Sie dabei ist:

Sie als Anleger dürfen sich die Quellensteuer zurückholen.

Zumindest einen Anteil davon. Wie das möglich ist? Eigentlich ganz einfach, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind folgende:

Zwischen dem sogenannten Quellenstaat und dem Land des Anlegers muss ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen bestehen. In diesem haben sich beide Länder auf einen maximalen Steuersatz, den ausländische Anleger auf Kapitalerträge zahlen müssen, geeinigt. Dieser liegt oft bei 15 %. Das Entscheidende dabei ist, dass dieser oftmals niedriger als der eigentliche Quellensteuersatz ist. Und immer wenn dies der Fall ist, steht es Ihnen zu, einen Teil ihrer gezahlten Quellensteuer zurückzufordern. Dies funktioniert dann wie im folgenden Beispiel:

Sie als Anleger halten US-Aktien und die Quellensteuer in den USA liegt bei 30 % – für Sie als Anleger bleiben also 70 Prozent Ihrer erwirtschafteten Dividende übrig. Im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und Deutschland wurde jedoch festgelegt, dass deutsche Investoren maximal 15 Prozent Steuer abgeben müssen. Sie erhalten also 15 % der Dividende gutgeschrieben.

Bei Einzelaktien kann es auch sein, dass Sie Ihre Dividende inklusive Erstattung der zu hoch gezahlten Quellensteuer angerechnet bekommen. Ansonsten müssen Sie einen Antrag dafür stellen, für den es bereits vorgefertigte Formulare gibt.

TIPP: Die restliche Quellensteuer können Sie dann in Ihrer Steuererklärung über die Abgeltungssteuer abrechnen.
-> Bei Fonds entfällt durch die Investmentsteuerreform  2018 die Anrechnung der ausländischen Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer.

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