Abgeltungssteuer bei Spin-Offs und Aktiensplits – Das sollten Sie wissen

Ratgeber

Als Aktionär kommt man immer häufiger in die Situation, dass das Unternehmen, an dem man Aktienanteile hält, einzelne Sparten separat an die Börse bringen. Doch wie wird ein Spin-Off steuerlich behandelt?

Anleger in Deutschland hatten bei Abspaltungen (Spin-Offs) oder Aktienteilungen (Splits) bisher oft mit steuerlichen Problemen zu kämpfen. Von den Banken wurde nämlich vom Wert der neuen Aktien die Abgeltungssteuer abgezogen – und das, obwohl sich der Gesamtwert des Depotwertes gar nicht änderte. Dabei argumentierten die Banken einfach mit einer Steuerpflicht und fühlten sich dabei von den Finanzämtern bestätigt.

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Folgender Beschluss dazu wird Anleger freuen:

Aufgrund einer Klage durch einen Aktionär gibt es heute einen gerichtlichen Beschluss durch das Finanzgericht Düsseldorf.
Aktiensplits wurden von dem Gericht für steuerfrei erklärt, sodass sich Spin-off-Geschäfte für Anleger jetzt noch mehr lohnen.

Doch was steckte eigentlich hinter dieser Klage? 

Ein US-Amerikanisches Unternehmen, die Hewlett-Packard Company (HPC) änderte wegen einer Kapitalmaßnahme seinen Namen in Hewlett-Packard Incorporated (HPI) um.  Danach übertrug es sein Unternehmenskundengeschäft auf eine Tochtergesellschaft – die HPE.
Anleger erhielten dann für eine alte Aktie der HPC eine neue (HPI) und zudem eine Aktie der HPE. Die Aktie der HPI erhielt dabei eine neue ISIN (internationale Wertpapiernummer). Der Kläger war dabei Aktionär der HPC. Die depotführende Bank behielt die Kapitalertragssteuer auf die Ausgabe der Aktien der HPE ein. Der Kläger notierte in seiner Einkommenssteuererklärung, dass ein Aktiensplit jedoch steuerfrei sei. Doch das zuständige Finanzamt stimmte dem nicht zu.

Das Finanzgericht Düsseldorf ist da jedoch anderer Meinung :

Bei der Zuteilung der Aktien handelt es sich aufgrund von einkommensteuerrechtlichen Sondervorschriften für Kapitalmaßnahmen nicht um einen steuerpflichtigen Vorgang. Und bei dem von der HPI durchgeführten „Spin-off“ handelt es sich um eine Abspaltung, auf die diese Sondervorschriften zutreffen.

Wichtig: Das Gericht erklärte jedoch auch, dass die Aktienzuteilung zu einem späteren Zeitpunkt aus steuerlicher Sicht von Wichtigkeit sein könnte.

Dieser anlegerfreundliche Rechtsbeschluss könnte zwar noch von der Finanzverwaltung auf Rechtsfehler überprüft werden, dennoch wird betroffenen Anlegern empfohlen, im Rahmen ihrer Steuererklärung auf die Erstattung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer zu bestehen.

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